Eleonora Herder Szenische Künste

“Die Farce der Suche”
LAB, Akademie der Künste
Frankfurt, Berlin 2010

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Stück

 

“Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist? Ist nicht in den Stimmen, denen wir unser Ohr schenken, ein Echo von un verstummten? Haben die Frauen, die wir umwerben, nicht Schwestern, die sie nicht mehr gekannt haben? Ist dem so, dann besteht eine geheime Verabredung zwischen den gewesenen Geschlechtern und unserem.”

Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, 1940.

 

Dieses Stück ist der Versuch einer Annäherung an die Figur Renate Schottelius, eine der wichtigsten Tänzerinnen und Pionierinnen des angeblichen deutschen Ausdruckstanzes in Argentinien. Es ist der Versuch eine Persönlichkeit aus tausend kleinen Erinnerungsfetzen zu erstellen und verbal beschriebene Bewegung wieder in Tanz zu verwandeln.
“Die Farce der Suche” ist eine Tanzinszenierung, die hauptsächlich an der Fragestellung arbeitet, inwiefern das archivierte Dokument durch dessen szenisches Darstellung wieder (oder erstmals) zu kommunikativem Gedächtnis werden kann.
Dabei wird nicht versucht, die vergessene Figur Schottelius’ künstlich in einem kulturellen Gedächtnis zu verankern, sondern die dem Archiv immanente Potentialität einer solchen Wiederbelebung zu veranschaulichen.
Wenn wir in diesem Fall von reenactment sprechen, dann geht es also nicht um die Wiederbelebung eines Stückes oder einer Person, sondern eines (in diesem Fall mehrerer) Dokumente.
Vorraussetzung für unsere Arbeit ist die Annahme, dass Rekonstruktion immer eine Arbeit mit Leerstellen ist, dass es sich dabei immer um ein Aneignen von Vergangenheit handelt, so dass jeder Versuch der Wiederbelegung notgedrungen zu einer neuen Kreation wird.
Renate Schottelius existiert in unserem Stück als Köper, der für immer verschwunden ist, als Bewegung die wir nie wieder werden sehen können, als Person, die wir nie getroffen haben.
Ihr Hauptwerk Aria, dass 1946 in Cumbrecita uraufgeführt wurde, entsteht heute noch einmal: als Solo zwischen Dokumentation und Erinnerung.

 

Tänzerin: Natalia Mariel Gomez

Piano: David Morrow

Konzept und Chorreografie: Paula Rosolen

Dramaturgie: Eleonora Herder

Musik: Anibal Zorrilla

Licht:  Hendrik Borowski

Bühnentechnik: Lea Schneiderman

 

Theater:

LAB, Frankfurt am Main.

 

Mehr Info:

http://www.paularosolen.com/

 

Fotos

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Aufführungen

“Die Farce der Suche – Ein Solo von und über Renate Schottelius” will be shown on 1.03.2015 in frame of 100 Grad Berlin Festival at 7pm at HAU2.

11.03.2012

3. Biennale Tanzausbildung / Tanzplan Deutschland

Krakow – Pwst, Scena Klasyczna, Ul. Warszawska 5

2.07.2011

Bytom Scena Alternatywna – Stara Cechownia kopalni Rozbark

European Festival of Contemporary Dance Bytom

16.04.2011

Theaterfestival 150% made in Hamburg

2. & 3.07. 2010

Frankfurt LAB

14.5.2010

Akademie der Künste Berlin

 

 

Pressestimmen

 

Alle Presseberichten finden sie auf der Webpage von Paula Rosolen.